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  • Sebastian Necker

Die Krise als positiver Antrieb für Veränderung – selbst für die größten Sturköpfe

Aktualisiert: 30. Apr 2020

Wer kennt sie nicht, die Führungskräfte, für die Anwesenheit gleich Produktivität ist. Unabhängig von diesem Irrglauben, ist der Umgang mit solchen Personen für alle Beteiligten ein ziemlicher Kraftakt. Kompromisse halten sie für ein Zeichen von Schwäche, ihre Meinung ist über jeden Zweifel erhaben und sie zu überzeugen, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Einmal eine Meinung im Kopf, steht diese fest und ist unumstößlich – egal wie viel Gegenwind oder Argumente von anderen Seiten auch kommen mögen. Kaum überraschend, dass so eine Sturheit gerade bei den Mitmenschen keine besonders beliebte Charaktereigenschaft ist. Ideen, Innovationen, Veränderungen und somit die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft wird hierdurch massiv gehemmt.



Der schnellste Weg, hier eine positive radikale Veränderung zu erzielen, ist eine Krise! In dieser trennt sich auch „die Spreu vom Weizen“ und die wahren oder zukünftigen Führungskräfte kristallisieren sich heraus.



Die Krise als Start des Wandels.

Krisen sind zeitlich begrenzt und können überwunden werden. Das ist eine Basis-Wahrnehmung und von bedeutender Wichtigkeit für den Wandel. Wie sagte schon Max Frisch? Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.


Die Fähigkeit, Krisen gut zu meistern, ist Resilienz. Sie ist nicht abhängig von der Persönlichkeit, sondern lässt sich trainieren. Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung und die Bereitschaft, die Opferrolle zu verlassen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen, widerstandsfähig zu sein. Die resilienten Führungskräfte sind Teamplayer, Improvisationskünstler, sehr gut vernetzt und planen ihre nächsten Schritte – und sie sind keine Sturköpfe!


Der Hauptfokus liegt auf Einstellungen und Handlungen, die helfen! Anfangs erfordert dies einige Übung, da man aus alten Verhaltensmustern ausbrechen muss. „Einmal ist keinmal, zweimal ist verdächtig, dreimal ist ein Muster.“ Es gilt, alte untaugliche und eher dem Narzissmus dienende Muster durch neue – trainierte und der Gemeinschaft und sozialen Verantwortung dienende – Muster zu überschreiben.


Wichtig in diesem (Krisen-)Modus:

Kein Druck, Gelassenheit, Klarheit für Entscheidungen, Teamarbeit.



Die Gelegenheit – Veränderungen aktiv gestalten

Das geschriebene, chinesische Wort „Krise“ setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen. Das eine steht für Gefahr, das andere für Gelegenheit. Natürlich wollen wir nicht die Gefahren von Krisen außer Acht lassen, aber wir widmen uns jetzt der Gelegenheit.


Die Veränderungen im „Krisenmodus“ eignen sich perfekt, sie in Zukunft auch in den „Normalmodus“ zu übernehmen. Menschen experimentieren mit neuen Wegen und Tools, ihren Alltag zu organisieren. Digitale Lösungen gehen geradezu durch die Decke – Geschäftsreisen werden zu Videokonferenzen, Schulen und Universitäten halten Webinare, Angestellte und Selbständige arbeiten von zu Hause…



Manche kehren nach der Krise wieder in ihre alten Muster zurück. Doch viele wissen nun aus eigener Erfahrung, dass es doch geht, wie es zuvor oft verwehrt oder einfach nicht probiert wurde. Die neue Art des Lebens und Arbeitens ist in vielen Teilen umwelt- und familienfreundlicher. Diesen Moment der Disruption, die erlebten positiven Erfahrungen der Entschleunigung, all das sollten wir nutzen, um langfristige Verhaltensänderungen in unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu generieren.



10 Tipps für den Krisenmodus

  1. Akzeptanz der Situation Widerstand gegen die Realität ist zwecklos. Stellen wir uns dagegen, werden wir verlieren – in 100% der Fälle. Es kostet unnötig Kraft und bringt keinen Fortschritt. Krisenbewältigung bedeutet im ersten Schritt immer die Akzeptanz der aktuellen Situation. Die Situation zu akzeptieren bedeutet jedoch nicht, sich dem Schicksal zu ergeben und nichts dafür zu tun, die Situation zum Positiven zu verändern. Verantwortung ist jetzt gefragt, um das Beste aus der Situation zu machen.

  2. Objektivität der Situation Vermeidung von emotionalen Verwicklungen und Problemen, da diese den Blick auf die Lösung vernebeln. Abstand zur Situation ist jetzt gefordert, um einen objektiven Blick zu bekommen. Dialoge mit anderen Menschen, Sport, Spaziergänge oder das Niederschreiben von Gedanken können hierbei sehr hilfreich sein. Wichtig ist die Lösungsorientierung. Blick auf die positiven Dinge und was die Situation realistisch verbessern kann.

  3. Entspannung ohne Druck, mit Gelassenheit und Klarheit Schlechte Gefühle gehen immer mit körperlicher Verspannung einher. Bewusste Entspannung wie durch Yoga, progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Saunieren oder anderen Entspannungstechniken wirken hier entgegen.

  4. Sport treiben Sportliche Aktivitäten führen zur Ausschüttung von Glückshormonen (Serotonin). In Krisensituationen ist das ein Turbo für die Stimmung. Frische Luft und Natur sind zusätzliche, positive Einflussfaktoren. Wichtig: Ohne weitere Einflüsse wie Smartphone oder MP3-Player.

  5. Spaß haben Selbst im Krisenmodus kann man Dinge tun, die Spaß machen – man sollte sogar verstärkt hierfür Zeit aufwenden, selbst bei erheblicher Limitation. Das heißt zum Beispiel Hobbys nachgehen, gut essen, kurz gesagt: Zeit für sich nehmen, mit Dingen, die Spaß machen.

  6. Anpacken und aktiv sein Erich Kästner hat es schon gesagt: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Mit diesem Leitbild geht es um Selbstdisziplin und Aktionen, die die Situation verbessern. Hierbei gilt sich nicht zu Tode planen. Keep it short & simple – Ausprobieren, raus gehen, lernen und vor allem schnell verbessern. Aktiv sein nach dem Lean-Startup-Ansatz am Minimum Viable Product*.

  7. Gefühle annehmen Der Bauchsensor ist ein sehr guter Unterstützer für die Entscheidungsfindung. Diese, nicht vom Verstand geleitete Einschätzung, sollte ernst genommen und nicht kritisch hinterfragt werden. Krisen verursachen oft negative Gefühle. Selbst diese sollten gespürt und nicht verdrängt werden. Eine Bewertung dieser ist nicht nötig, eine Betrachtung jedoch schon, wichtig ist sich nicht von den negativen Gefühlen einnehmen zu lassen.

  8. Dankbarkeit Schlimmer geht immer! Unter Anbetracht dieser Aussage sollte der Fokus nicht auf dem negativen oder schlechten liegen, sondern auf dem positiven und zu erreichenden – das bedeutet Dankbarkeit. In einer Krise hilft es, eine Aufzählung zu machen, für was man dankbar sein darf und was alles gut läuft.

  9. Schlaf und Ruhe Im Krisenmodus ist unser Körper einer wesentlich höheren Anstrengung ausgesetzt. Neue und unbekannte Situationen, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Dies passiert im Schlaf, vermutlich in der REM-Schlapfhase. Aus diesem Grund kann es sein, dass mehr Schlaf und Ruhe benötigt wird, die wir dem Körper geben sollten. Somit können neue Situationen besser verarbeitet werden.

  10. Solidarität und Hilfe Jeder ist einzigartig und keiner ist vollkommen. Durch das Wissen, seiner eigenen Stärken und Schwächen, ist es ratsam für die Schwächen Hilfe anzunehmen. Jetzt noch proaktiver als in „normalen“ Zeiten. Es ist eine Stärke, Schwäche zu zeigen. Man muss nicht alles können, es hilft jedoch zu wissen, wer was kann, um Hilfe und Unterstützung anzubieten und zu erbeten.



Der Turbo – unglaubliche Veränderung in unglaublicher Geschwindigkeit

Betrachtet man die Stufen von Entwicklungen in unserer Wirtschaft und Gesellschaft, stellt man schnell fest, dass Jahre vergehen, bevor man von einer Idee zu einem Ergebnis gelangt. Nicht selten wird intensiv über Konzepte debattiert, X-Jahres-Planungen und Finanzierungen kalkuliert. An diese Phasen schließen sich noch Testphasen an und erst danach wird es Realität. Kurz gesagt: Ich plane mich zu Tode.


Die Krise ist der Turbo!

Jetzt geht es ans Machen: Trial and Error, MVP (Minimum Viable Product / Minimal überlebensfähiges Produkt) etc.


Aktuelle Beispiele für Veränderungen, die in der Coronakrise auf einmal im Handumdrehen gehen:


Uns muss bewusst sein, dass die neuen und schnellen Veränderungen sehr prägend sind. Das heißt im Umkehrschluss, dass die neuen und auch gern angenommenen Lösungen in Zukunft bestand haben werden. Zum Beispiel das Home-Office, das zuvor auf keinen Fall ging, ist jetzt auf einmal Alltag und wird auch zukünftig, zumindest ein Teil des Alltags sein. Am Ende des Tages ist es wie mit Kindern, die ein Spielzeug bekommen, das sie liebgewonnen haben – versuchen Sie dieses mal wieder weg zu nehmen!



Fazit

Natürlich haben Krisen ganz viele negative Seiten und Momente – für den einen mehr, für den anderen weniger. Uns geht es primär um die positive und langfristige Nutzung der Chancen und Lösungen hieraus. Krisen werden uns im Leben immer begleiten. Es geht darum, diese zu meistern und gestärkt in die Zukunft zu gehen.


Kurz gesagt: Das Leben geht weiter!

Sie wollen sich austauschen?

Oder Sie brauchen Unterstützung?

Kontaktieren Sie uns!

E-Mail: post@kamua.de

Telefon: +49 8152 9987314



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