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  • Sebastian Necker

Fußball-Bundesliga oder Brot für die Gesellschaft.


Das Fortbestehen und der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft werden durch intakte Familien gewährleistet. Doch die Anforderungen an die Familie sind enorm gewachsen und werden in Krisen besonders strapaziert.


Früher war die Familie eine Solidargemeinschaft für Kindererziehung und wirtschaftliche Sicherheit, mit einer klaren Aufgabenverteilung. Das ist heute deutlich anders und deutlich komplexer. Die Familie ist der Ort, an dem ihre Mitglieder Wohlbefinden und Bedürfnisbefriedigung erleben möchten, den die Gesellschaft sonst nicht leisten kann.

Darüber hinaus ist sie eine Reproduktionsgemeinschaft und für die Erhaltung des sozialen Zusammenhaltes der Gesellschaft mitverantwortlich. Ökonomisch betrachtet, ist die Familie unabhängig von staatlichen Leistungen und sorgt für ihre Mitglieder selbst.


Familie: Die Säule der Gesellschaft

Durch die Kernaufgabe, indem die Familie Nachkommen produziert, ist die Familie die wichtigste Säule unserer Gesellschaft.

Eltern unterstützen ihre Kinder in der Entwicklung und sorgen (hoffentlich) für eine gewaltfreie Erziehung im Sinne von Befähigung und geschütztem Ausprobieren. Eltern sind von der Geburt, bis zur wirklichen Selbständigkeit Bezugsperson Nummer eins. Familien geben ihren Sprösslingen immaterielle und materielle Werte mit auf den Weg, tragen einen großen Teil zur Persönlichkeitsentwicklung bei und führen sie an Bildung heran.

Der Zusammenhalt sowie die emotionale Zuwendung der Familienmitglieder ist der Kern ihrer Systematik, und das generationsübergreifend. Der Ort von funktionierenden Familien ist von Vertrauen, Verlässlichkeit und Humor geprägt – hier kann über alles gesprochen werden. Dieses Fundament ist für die psychische und physische Gesundheit von höchster Priorität. Eine intakte Familie im Hintergrund erhöht die Chance, dass die Individuen in der Gesellschaft positiv agieren, wohingegen Menschen aus zerrütteten Familien eher gesellschaftlich anecken oder gar scheitern. Ihnen fehlt oft das gesunde emotionale und mentale Korsett, um eine hinreichende Widerstandsfähigkeit gegen die Herausforderungen des Lebens aufzubauen.

Einer für alle, alle für einen, ist das Credo starker Familien – und einer starken Gesellschaft. Die Aufgabenverteilung unter allen Familienmitgliedern ist fair, solidarisch und führt zur Entlastung von jedem Einzelnen, zu einer gesunden Ausgeglichenheit. Der Generationenvertrag sorgt für eine lebende Ausgewogenheit – Anfangs helfen die Eltern mehr den Kindern, später dreht es sich mehr und mehr um. Positiver Nebeneffekt für die Gesellschaft ist die höhere Produktivität von ausgeglichenen Menschen, eben von diesen Familienmenschen.

Doch in der heutigen Zeit ist die Belastung durch die immer älter werdende Gesellschaft, dadurch mehr pflegebedürftige Senioren sowie die Angewiesenheit auf doppeltes Einkommen wesentlich höher. Die Folge ist eine Auslagerung der Betreuung von Kindern und Senioren.



Prioritäten

Die Medien sind immer voll mit Themen, die sich um Schwächung der Konjunktur drehen. Der Blick geht jedoch nicht weit genug. Wir sprechen nicht über die Säulen unserer Gesellschaft, über die nächsten Generationen, die unsere Zukunft sind, sondern über die Gegenwart und das Momentum monetärer Verluste.

Die besten Beispiele für engstirnige Zukunftsblicke waren aktuell der Autogipfel Anfang Mai 2020 und der Beschluss zur Saison-Fortsetzung der Fußball-Bundesliga Mitte Mai 2020. Hier stellt sich doch die Frage: Wann findet der „Kindergipfel“ im Kanzleramt statt?

„Charakter ist das, was vom Menschen übrig bleibt, wenn es unbequem wird.“ (Quelle: spruchwelt.com)

Warum investieren wir nicht in das Wichtigste in unsere „gesellschaftliche Familie“,

in unsere Kinder und deren Bildung?


Denn Bildung ist…

…die Essenz für ein gelingendes Leben.

…eine Brücke zwischen Kulturen.

…Emanzipation und Partizipation.

…Zukunftssicherheit.

…die Heranbildung von Urteilskraft.



Zukunftskapital: Kinder und ihre Bildung

Nachdem in der Coronakrise die Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga vor der Öffnung aller Kitas und Schulen Vorrang hat, muss gesagt sein: Bildung ist entscheidend für eine nachhaltige Zukunftssicherung! Der Arbeitsmarkt beginnt heute schon in der Schule. Fachhochschulen und Universitäten sind schon längst nicht mehr nur Bildungsinstitutionen, sondern müssen auch jene Fähigkeiten vermitteln, die am Arbeitsmarkt von morgen gefragt sein werden.

So drängt sich doch die Frage auf, welchen Stellenwert haben Familien mit ihren Kindern und ihre Bildung in unserer Gesellschaft? Wie wird die Zukunft gesehen und umgesetzt, um die Erwachsenen von Morgen auf die Herausforderungen und Chancen vorzubereiten, die im aktuellen gesellschaftlichen Wandel liegen?

Der Stand unseres Bildungssystems und deren Mechanismen sind nicht parallel mit den Rahmenbedingungen unserer Zeit mitgewachsen. Der Mensch, das Kind, der Jugendliche wird nicht ins Zentrum gerückt, um nachhaltiges, individuelles und flexibles Lernen zu ermöglichen und zu erhalten. Der immer wieder gehörte Ansatz aus der Wirtschaft, die Stärken zu stärken bleibt hier komplett auf der Strecke.

Unprätentiöse Innovation sowie der Einsatz von zeitgemäßen Methoden und Techniken sind hier nicht zu viel verlangt. Bildung ist nicht nur „Sich-Wissen-Aneignen“ hier steckt wesentlich mehr dahinter. Individuelle Betreuung und Flexibilität, um individuelle Talente wahrzunehmen und zu fördern sollten zu unserem Standard gehören. Und vor allem muss sich Bildung als Bildung sozialer Fähigkeiten verstehen lernen. Familie kann hier bestenfalls – und oft genug nicht einmal das – Grundlagen für das soziale Miteinander schaffen. Aber soziales Lernen ist ein lebenslanger Prozess und durchläuft alle Stufen des Lebenszyklus. Hier muss Schule in erweitertem Sinn „Aufbauarbeit“ leisten. Damit die individuellen Talente im besten Sinne sozialverträglich eingebracht werden können.


Der richtige Invest

Und um nochmal eine Lanze für die Familie zu brechen – Bildung sollte in der heutigen Zeit definitiv kein zusätzlicher Ballast in den komplexen Aufgaben der Familie sein, weder in „normalen“ noch in Krisenzeiten. Nein, sie sollte verantwortungsvoll, mit leistungsfähigen Angeboten für alle gleichermaßen und kostenfrei für die (nachwachsende) Gesellschaft angeboten werden.

John F. Kennedy hat es schon richtig gesagt: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“

Fazit

Wir sollten unsere gesellschaftlichen Werte nicht nur auf Monetarisierung und Macht ausrichten. Unsere wichtigsten Investitionen sind die nachkommenden Generationen – Bildung, Ökologie und nachhaltige Ökonomie sind die Investitionsgüter, die jetzt angelegt werden müssen – vorrangig zum Bundesliga-Fußball.


Fußball ist das Spiel, Bildung ist das Brot unserer Gesellschaft – nicht umgekehrt.

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